Religionsunterricht: Aktuelle Schülerstatistik zeigt hohe Akzeptanz

Wien, 01.04.2026 (KAP) "Der katholische Religionsunterricht ist weiter sehr gefragt und die aktuelle Schülerstatistik belegt seine hohe Akzeptanz." Das hat Andrea Pinz, Leiterin des Schulamts der Erzdiözese Wien, am Mittwoch im Interview mit der Nachrichtenagentur Kathpress betont. So zeige die aktuelle Schülerstatistik für 2025/26 der Schulämter der österreichischen Diözesen, dass die Teilnahmequote am Religionsunterricht in den Pflicht- und höheren Schulen im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant bei rund 92 Prozent der katholischen Schülerinnen und Schüler liege. Insgesamt nehmen 57 Prozent aller Schülerinnen und Schüler am katholischen Religionsunterricht teil.
Hintergrund für die Kathpress-Anfrage an Pinz ist eine aktuelle "Market"-Umfrage, die im Auftrag des "Standard" durchgeführt und am Mittwoch veröffentlicht wurde. Demnach soll der Religionsunterricht unter 800 Befragten als am wenigsten sinnvoll bewertet worden sein, gefolgt von Latein und der zweiten Fremdsprache. Konkret hält mehr als die Hälfte der Befragten den Religionsunterricht für weniger oder gar nicht sinnvoll, 39 Prozent stehen dem Religionsunterricht positiv gegenüber. In der Altersgruppe der 16- bis 29-Jährigen wird der Religionsunterricht noch am sinnvollsten erachtet.
Jugendliche an Religion interessiert
Dass die Akzeptanz des Fachs bei jungen Menschen, "also bei jenen, die den Religionsunterricht aus eigener Erfahrung kennen", höher ist als bei anderen, "deckt sich mit unseren Erfahrungen", so Pinz. "In den letzten Jahren ist sogar ein steigendes Interesse an Religion bei Kindern und Jugendlichen festzustellen", führte die Geschäftsführende Vorsitzende der Konferenz der Schulamtsleiterinnen und Schulamtsleiter der österreichischen Erzdiözesen und Diözesen (SALK) aus. Das schlage sich in den geringen Abmeldungen (8 Prozent) vom Religionsunterricht ebenso nieder wie in den steigenden Anmeldungen von Kindern und Jugendlichen ohne Bekenntnis zu Religion als Freigegenstand. "Die Teilnahme am Religionsunterricht ist teilweise mit der Implementierung des Ethikunterrichts noch angestiegen", hielt Pinz fest.
"Religion ist aktuell mehr denn je ein gesellschaftlich relevantes und präsentes Thema, in der Schule wird es sachgerecht und unter öffentlicher Aufsicht kompetent bearbeitet, somit Fundamentalismus und Vorurteilen gegengesteuert", betonte Pinz im Blick auf den gesamtgesellschaftlichen Wert des Religionsunterrichts. Auf die sich ändernde religiöse Landschaft in Österreich hätten die kirchlichen Schulverantwortlichen schon länger reagiert. "Der konfessionelle Religionsunterricht kennt seit mehr als einem Jahrzehnt innovative kooperative Formen, die das Gemeinsame der Religionen ins Zentrum stellen und Dialog und gesellschaftliche Verantwortung fördern", führte Pinz dazu aus.
Schülerstatistik 2025/26
Im Schuljahr 2025/26 besuchen 616.864 Schülerinnen und Schüler eine Pflichtschule in Österreich. 344.052 Kinder (55,77 Prozent) sind katholisch, 88.408 (14,33 Prozent) ohne Bekenntnis. Abgemeldet vom katholischen Religionsunterricht haben sich in den Pflichtschulen 4,54 Prozent bzw. 15.608 katholische Schülerinnen und Schüler. Allerdings nehmen auch 26.935 Kinder und Jugendliche ohne Bekenntnis am Religionsunterricht teil. Somit besuchen mehr als 57,61 Prozent aller Schülerinnen und Schüler der österreichischen Pflichtschulen den katholischen Religionsunterricht.
Aufgeschlüsselt nach Schularten in den höheren Schulen nehmen in den AHS an die 55 Prozent, in den BMS über 44 Prozent und in den BHS rund 59 Prozent der jungen Menschen am Religionsunterricht teil; in den Land- und Forstwirtschaftlichen Fachschulen fast 89 Prozent. Über alle Schularten hinweg machen rund 57 Prozent der Schülerinnen und Schüler beim katholischen Religionsunterricht mit.
Insgesamt gibt es heuer 1.010.776 Schülerinnen und Schüler in Österreichs Schulen. Davon sind 58,27 Prozent katholisch, was deutlich höher ist als der Prozentsatz der Katholikinnen und Katholiken in Österreich (knapp 50 Prozent, Stand Ende 2024).
Quelle: Kathpress, www.kathpress.at
