Rekordbeteiligung bei Religionswettbewerb "Theolympia"

Mit einer Rekordzahl an Einreichungen ist die sechste Ausgabe der Religionsolympiade "Theolympia" in Graz abgeschlossen worden. Nach Angaben der Veranstalter wurden heuer 499 Beiträge in den Kategorien Essay und Fotografie eingereicht. Der Wettbewerb richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Schulstufen 9 bis 13 im katholischen Religionsunterricht in Österreich und Südtirol. Das heurige Generalthema lautete "Dankbarkeit - Tugend oder Taktik?". Die Preisverleihung fand am Donnerstagabend im Minoritensaal in Graz statt. Träger des Wettbewerbs ist die Konferenz der Schulamtsleiterinnen und Schulamtsleiter Österreichs (SALK).
Den ersten Platz im Essaybewerb gewann der 16-jährige Benedikt Kühnelt-Leddihn aus Wien. In seinem Beitrag setzte er sich mit Dankbarkeit in einer leistungsorientierten Gesellschaft auseinander und warnte vor einer Instrumentalisierung des Begriffs zur Rechtfertigung von Ungleichheit. Die Jury würdigte insbesondere die differenzierte Argumentation des Textes. Im Fotowettbewerb wurde die 17-jährige Anna Kainz aus Bregenz ausgezeichnet. Ihr Siegerfoto zeigt Jugendliche in einer Gesprächssituation und thematisiert Freundschaft und Gemeinschaft.
Blick für das Gute offen halten
Der Grazer Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl rief die Jugendlichen in seiner Ansprache dazu auf, Verantwortung in Gesellschaft und Kirche zu übernehmen und appellierte: "Bewahrt Euch die Neugier und den reflektierten Blick auf die Welt. Seid mutig und fordernd und übernehmt Verantwortung für Euch, für Eure Nächsten und auch in der Gesellschaft. Und vertraut darauf, dass Ihr nie allein seid, denn Gott ist mit Euch."
Der Grazer Schulamtsleiter Walter Prügger verwies bei der Veranstaltung auf die hohe Beteiligung und die inhaltliche Bandbreite der Beiträge. Die Einreichungen hätten mit "erfrischendem, kreativem und geistvollem Blick" auf das diesjährige Thema reagiert, so Prügger. Zum heurigen Generalthema Dankbarkeit meinte er: Es gehe letztlich darum, das "Netzwerk zwischenmenschlicher Beziehungen" lebendig und kräftig zu erhalten, eingebettet in die allumfassende Beziehung zu Gott.
Der Wettbewerb startet jedes Jahr im Herbst, die Ausschreibung endete am 1. Februar. Bewertet wurden die einzelnen Essaybeiträge zunächst in den jeweiligen Diözesen, ausgewählte Texte nahm dann die namhaft besetzte Bundesjury in den Fokus. Karin Peter von der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck, Till Schönwälder, Redakteur der Wochenzeitung "Die Furche", und Peter Weinstich vom Schulamt der Erzdiözese Wien begutachteten die Essays sowie Bernd Ziegler vom Institut für Katechetik, Religionspädagogik und Pädagogik der KU Linz. Alle eingesandten Fotografien wurden von Fotoredakteurin Katja Greco sowie von Silvia Müllegger und Nina Schermann, Kunstvermittlerinnen am Dommuseum Wien, bewertet.
Quelle: kathpress
